Ein gerissener Zahnriemen am OM607 bedeutet sofortigen kapitalen Motorschaden — und das oft weit vor dem offiziellen Wartungsintervall. Der Mercedes-Benz OM607 ist der erste Dieselmotor aus einer Kooperation zwischen Mercedes-Benz und Renault und wird in der A-Klasse (W176), B-Klasse (W246) sowie im Citan (W415) angeboten. Wer ein solches Fahrzeug kauft oder bereits fährt, muss die konkreten Schwachstellen dieses Aggregats kennen — denn mehrere tausend Kilometer falsch kalkuliert, und der Motor ist wirtschaftlicher Totalschaden.
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Technische Einordnung: Was steckt hinter dem OM607?
Der OM607 ist der erste Dieselmotor, der einer Kooperation zwischen der deutschen Daimler AG und dem französischen Automobilhersteller Renault entstammt. Für die PKW-Modelle der A- und B-Klasse wurde der Basismotor von Renault (K9K) nach Vorgaben von Mercedes-Benz überarbeitet und an die übrige Motorenpalette angepasst. Anlasser, Lichtmaschine, Klimakompressor und die Motorlager entstammen dabei dem Mercedes-Regal — und es wird ein Zweimassenschwungrad verbaut, wodurch die Mercedes-Benz-Getriebe montiert werden können.
Alle Varianten teilen die Common-Rail-Direkteinspritzung mit einem Druck von 1.600 bar, 2 Ventile pro Zylinder und eine obenliegende Nockenwelle. Der Motor wird in drei Leistungsstufen angeboten, wobei der Citan bis 66 kW/90 PS keinen VTG-Lader verwendet.
| Motorcode | Leistung | Fahrzeuge | Besonderheit |
| OM 607.951 (K9K) | 66 kW / 90 PS | Citan 109 CDI (W415) | Kein VTG-Lader |
| OM 607.951 (K9K) | 80 kW / 109 PS | A 180 CDI/d (W176), B 180 CDI/d (W246) | VTG-Turbolader, 6-Gang-Schaltgetriebe |
| OM 607.951 (K9K) | 81 kW / 110 PS | Citan 111 CDI (W415) | 6-Gang-Schaltgetriebe |
Bekannte Probleme der OM607-Baureihe
Schwachstelle 1: Zahnriemen — das kritischste Wartungsthema
Während Mercedes für nahezu alle Motoren mit einer wartungsfreien Steuerkette wirbt, weisen die Mercedes-Renault-Motoren eine Besonderheit auf: Sie besitzen ausnahmsweise einen Zahnriemen, weshalb eine regelmäßige Wartung hier unbedingt nötig ist. Der OM607 hat einen Zahnriemen, der nach 100.000 Kilometern oder alle fünf Jahre gewechselt werden muss — wobei die Fünf-Jahres-Grenze in der Praxis oft das entscheidende Limit ist, weil viele Stadtfahrzeuge die Kilometerschwelle nie erreichen, der Riemen aber trotzdem altert.
Sollte die Wartung ausbleiben, wird der Zahnriemen ab einem gewissen Alter spröde und kann reißen. Hierdurch kollidieren die Kolben mit den Ventilen, zerstören sich gegenseitig und verursachen weitere Schäden — es folgt unmittelbar ein kapitaler Motorschaden, welcher das Fahrzeug lahmlegt. Besonders heimtückisch: Es gibt kaum Voranzeichen. Kein Knarzen, kein Warnsignal — der Riemen reißt, und der Motor ist im selben Moment Schrott.
Beim Zahnriemenwechsel sollte zwingend auch die Wasserpumpe mit erneuert werden. In einem Mercedes-Video zum Zahnriemenwechsel wurde vergessen, dass man die Wasserpumpe mit wechseln muss — ein Fehler, der teuer werden kann, wenn die Pumpe kurz danach versagt und den neuen Riemen durch austretendes Kühlmittel gefährdet.
Schwachstelle 2: AGR-Ventil verkokt — schleichend und hartnäckig
Das AGR-Ventil ist beim OM607 eine wiederkehrende Baustelle, besonders bei Fahrzeugen mit viel Kurzstreckenbetrieb. Mit längerer Betriebszeit setzen sich durch das zurückgeführte Abgas verstärkt Rußpartikel ab und verkoken das AGR-Ventil — dabei kann es passieren, dass sich das Ventil nicht mehr ganz öffnen lässt oder sogar im geöffneten Zustand stehen bleibt.
Die Symptome sind typisch: Leistungsverlust, erhöhter Kraftstoffverbrauch, unruhiger Motorlauf, Ruckeln beim Beschleunigen, Notlauf und eine leuchtende Motorkontrollleuchte — das Motorsteuergerät kann dabei in den Notlaufmodus schalten, um Folgeschäden zu vermeiden. Im Forenbetrieb zeigen sich diese Symptome am OM607 häufig erstmals zwischen 80.000 und 120.000 km, bei reinem Stadtverkehr auch deutlich früher.
Besitzer von per Software überarbeiteten Motoren berichten, dass nach dem Abgasskandal-Update Probleme mit verkokten AGR-Ventilen in sehr kurzer Zeit auftraten — ein Zusammenhang, der gerade für OM607-Fahrzeuge mit bereits durchgeführtem Software-Update relevant ist.
Schwachstelle 3: Injektoren und Kaltstartverhalten
In den Renault-Foren — der OM607 ist baugleich mit dem K9K-Motor — ist das Einstellen und Überprüfen der Injektoren sogar eine Kundendienstmaßnahme. Injektoren-Probleme sind bei diesem Motortyp keine Seltenheit. Typisches Symptom ist metallisches Klappern zwischen 1.200 und 1.800 U/min nach dem Kaltstart, das sich bei Betriebstemperatur oft wieder legt — zunächst. Wer diese Geräusche ignoriert, riskiert, dass aus einem Injektoren-Problem ein Pleuellager-Problem wird.
Aus technischer Sicht ist der K9K sparsam, einfach und robust (Gusseisenblock, 8 Ventile, angemessener Turbolader), was seine Langlebigkeit bei sorgfältiger Wartung erklärt. Bei guter Wartung kann er 250.000 bis 350.000 km, manchmal sogar mehr, mit geringen Betriebskosten zurücklegen. Der Kern liegt im "bei guter Wartung" — wer die Ölwechselintervalle streckt oder zu lange mit verkoktem AGR fährt, verkürzt die Laufzeit erheblich.
Rückrufe und Software-Update: Abgasthematik ernst nehmen
Der OM607 ist dafür berüchtigt, bei tiefen Temperaturen die Abgaswerte extrem stark zu überschreiten — aufgrund dessen wurde ein Softwareupdate angeboten. Ein solcher nachträglicher Eingriff in die Motorsteuerung kann durch fehlende Erprobung auf Dauer Probleme verursachen.
Die betroffenen Fahrzeuge wurden im Rahmen einer Rückrufaktion für ein Softwareupdate in die Werkstätten zurückgerufen. Steht der Kauf einer Mercedes A-Klasse W176 als Diesel im Raum, sollte deshalb unbedingt darauf geachtet werden, dass die Softwareupdates schon durchgeführt worden sind — wer kein Softwareupdate durchführen lässt, riskiert die Stilllegung des Fahrzeugs.
Zusätzlich gab es einen RAPEX-Eintrag speziell für den Citan: In der EU-Datenbank RAPEX findet sich für Kalenderwoche 28/2019 ein Eintrag für den Mercedes Citan 108 CDI, 109 CDI und 111 CDI der Baujahre 2015–2017, weil eine Emissionskontrollkomponente sich unter bestimmten Bedingungen schneller verschlechtern könnte als erwartet und zu erhöhten NOx-Emissionen führen kann.
Instandsetzung oder Austauschmotor — was wann sinnvoll ist
Die Entscheidung hängt direkt am Schadenbild:
Wenn der Zahnriemen gerissen ist und Kolben gegen Ventile geschlagen haben, ist eine Instandsetzung wirtschaftlich kaum darstellbar. Zylinderkopf, Ventile, oft auch Kolben und Kurbelwelle sind beschädigt. Hier ist der Austauschmotor die klar überlegene Lösung — und auf motorzentrale.de zeigen echte Anfragen, dass Austauschmotoren für den OM 607.951 bereits ab 1.299 € verfügbar sind, mit Lieferzeiten ab 3 Tagen.
Wenn hingegen das AGR-Ventil klemmt, Injektoren verschlissen sind oder der Motor unrund läuft, aber kein mechanischer Kernschaden vorliegt, ist eine Instandsetzung oft die wirtschaftlichere Wahl. Reinigung oder Tausch des AGR-Ventils, Injektor-Aufbereitung und ein präventiver Zahnriemenwechsel können einen OM607 mit 150.000 km zuverlässig auf weitere 100.000 km bringen — wenn der Rest des Motors in Ordnung ist.
Faustregel: Bei einem Motorschaden mit Metallspänen im Öl, lauten Klopfgeräuschen aus dem Kurbeltrieb oder nach einem Zahnriemenriss direkt einen Austauschmotor anfragen. Bei funktionalen Problemen ohne mechanischen Kernschaden zunächst Instandsetzung prüfen lassen.
Jetzt Anfrage stellen — kostenlos, unverbindlich, mit Angeboten ab 6,5 Stunden Fazit zum OM607
Der OM607 ist ein grundsolider Diesel mit langer Lebenserwartung — aber nur, wenn der Zahnriemen strikt nach Intervall gewechselt und das AGR-Ventil im Blick behalten wird. Die Generationen nach 2010, die ordnungsgemäß gewartet wurden, zeichnen sich durch eine bemerkenswerte Robustheit aus. Wer einen Motorschaden hat oder einen Defekt vermutet, sollte schnell handeln — auf motorzentrale.de warten verifizierte Fachbetriebe mit konkreten Angeboten.
Mit KI-Unterstützung recherchiert. Redaktionell geprüft von Arnold Kleitsch | Motorzentrale-Experte