Du fährst einen GL 420 CDI, ML 420 CDI oder S 450 CDI mit OM629 und hast Probleme mit Kühlwasserverlust, Ölverlust oder Leistungseinbußen? Auf motorzentrale.de bekommst du innerhalb weniger Stunden konkrete Angebote von spezialisierten Betrieben — für Austauschmotor oder Instandsetzung. Anfrage stellen — kostenlos und unverbindlich.
Technische Einordnung: OM629 als V8-Diesel der Luxusklasse
Als der OM629 im Jahr 2005 eingeführt wurde, war er einer der leistungsstärksten V8-Dieselmotoren in der Serienproduktion, mit bis zu 320 PS und einem Drehmoment von bis zu 730 Nm. Der Zylinderblock besteht aus Aluminium mit Gusseisenlaufbuchsen. Der Motor ist mit Turboladern mit variabler Geometrie für jede Zylinderbank, einem Flüssigkeits-Ladeluftkühler, zwei Nockenwellen pro Zylinderkopf (4 Ventile pro Zylinder) und einem gekühlten AGR-System ausgestattet. Der OM629 ersetzte den problematischeren OM628 und erhielt dabei eine Reihe von Konstruktionsverbesserungen, die auf höhere Zuverlässigkeit und Effizienz abzielten.| Motorcode | Leistung | Drehmoment | Fahrzeuge |
|---|---|---|---|
| OM 629.910 | 231 kW / 314 PS | 700 Nm | E 400 CDI (W211), ML 420 CDI (W164) |
| OM 629.911 | 235 kW / 320 PS | 730 Nm | S 450 CDI (W221), GL 450 CDI (X164) |
| OM 629.912 | 225 kW / 306 PS | 660 Nm | ML 420 CDI (W164), GL 420 CDI (X164) |
Typische Schwachstellen des OM629
Verzogene Zylinderköpfe — das Kernproblem
Verzogene Zylinderköpfe äußern sich dadurch, dass CO₂ ins Kühlwasser gelangt, der Druck im Kühlsystem so stark ansteigt, dass permanent Kühlwasser aus dem Überdruckventil am Ausgleichsbehälter gedrückt wird — und der Motor ständig einen zu niedrigen Kühlwasserstand meldet. Das Problem trifft den OM629.912 besonders häufig, weshalb spezialisierte Werkstätten das Phänomen als bekannt einordnen. Was viele nicht wissen: Das Phänomen mit den Zylinderköpfen ist so weitläufig bekannt, dass manche Werkstätten diese Motoren gar nicht mehr reparieren, sondern ausschließlich den Tausch anbieten. Ein neuer Zylinderkopf kostet 5.000 Euro — mal zwei, zuzüglich Einbau. Andere Betriebe lehnen jede Teilreparatur ab und berechnen für den kompletten Motoreinbau 13.000 bis 16.000 Euro. Genau hier zeigt sich der Vorteil eines Angebotsvergleichs: In den echten Anfragen auf motorzentrale.de wurden für den GL 420 CDI Austauschmotor-Angebote ab 3.599 € erzielt — ein erheblicher Unterschied zu Händler- oder Markenpreisen.Einspritzdüsen und AGR-Verkokung
Die häufigsten Fehler des OM629 hängen mit dem Kraftstoffsystem zusammen. Am häufigsten sind Besitzer mit Einspritzdüsen konfrontiert, die mit der Zeit anfangen, Kraftstoff zu überlaufen. Zusätzlich verkokt das AGR-System sehr schnell. Sichtbar wird das durch Leistungsabfall, unruhigen Leerlauf und erhöhten Verbrauch — oft schleichend ab ca. 150.000 km. Das AGR-Kühler-System sollte bei einer Öffnung des Motors im V-Bereich grundsätzlich mitgespült werden.Turbolader-Verschleiß ab ca. 200.000 km
Nach einer Laufleistung von etwa 200.000 Kilometern ist es oft notwendig, die Turbolader auszutauschen. Die beiden verbauten GTB1752VK-Turbinen verlieren mit der Zeit ihre Dichtigkeit, was sich durch Leistungsminderung und blauen Rauch äußert. Bei dieser Laufleistung kommt es zudem zu einer Dehnung der Steuerkette, was zu Phasenänderungen und Schäden am Ventiltrieb führen kann, wenn sie nicht rechtzeitig ausgetauscht wird.Ölverlust und Ölkühler im V-Bereich
Ein häufig fehldiagnostizierter Ölverlust kommt nicht vom Kurbelwellensimmering, sondern vom undichten Ölkühler, der tief im V des Motors sitzt — das Öl läuft über Ablaufbohrungen nach unten ab und tropft an der Getriebeglocke ab. Da dafür das V des Motors ohnehin freigelegt werden muss, lohnt es sich, bei diesem Anlass auch die Kopfdichtungen zu erneuern und gleichzeitig Ansaugbrücke, Ansaugkanäle und AGR-Kühler zu reinigen.Offizieller Rückruf: Kurbelwellen-Positionssensor (Baujahre 2006–2007)
Tausende Mercedes der Klassen M, S, E, G, R und GL wurden wegen eines defekten Positionssensors der Kurbelwelle zurückgerufen — der Rückruf betrifft Dieselmodelle mit den Motorkennungen OM629, die zwischen Juli 2006 und Mai 2007 gebaut worden sind. Laut KBA kann es durch Verschmutzung im Kurbelwellensensor zu Leistungsverlust und Motorstillstand kommen — betroffen sind Baujahre 2006 und 2007. Wer ein Fahrzeug aus diesem Zeitraum kauft oder besitzt, sollte per FIN beim KBA prüfen, ob die Maßnahme bereits durchgeführt wurde.Instandsetzung oder Austauschmotor — wann lohnt was?
Die Entscheidung hängt weniger vom Baujahr als vom konkreten Schadensbild ab:- Nur undichter Ölkühler, Injektoren oder AGR ohne Kopfbeteiligung: Gezielte Instandsetzung ist sinnvoll und wirtschaftlich. In den Anfragen auf motorzentrale.de lagen Instandsetzungsangebote für den GL 420 CDI zwischen 5.199 € und 8.999 €.
- Verzogene Zylinderköpfe mit CO₂ im Kühlwasser: Hier ist ein Austauschmotor in der Regel die wirtschaftlichere und technisch sauberere Wahl. Besonders wertvoll sind Motoren mit einer Laufleistung von bis zu 200.000 Kilometern und einer guten Wartungshistorie. Ein generalüberholter Austauschmotor umgeht die bekannte Schwachstelle der Zylinderköpfe durch Neuaufbau mit überarbeiteten Komponenten.
- Turbinenschaden kombiniert mit Steuerkettendehnung und Kopfproblem: Kompletter Motoraustausch. Auf motorzentrale.de lagen konkrete Angebote für den OM629.911 (S 450 CDI) zwischen 4.500 € und 8.999 € — mit erstem Angebot bereits nach 54 Minuten.
- ML 420 CDI mit 270.000 km (OM629.912): 1 Angebot bei 4.299 €, Lieferzeit 7 Tage — deutlich unter dem, was eine Markenwerkstatt für einen einzelnen Zylinderkopf berechnet.