Beim Mercedes OM640 ist das verstopfte AGR-Ventil die häufigste Ursache für schleichenden Leistungsverlust — oft schon ab ca. 100.000 km. Der OM640 ist ein Vierzylindermotor in Reihenanordnung von Mercedes-Benz, der von 2004 bis 2012 in der A- und B-Klasse eingebaut wurde. Wer heute einen A 180 CDI oder B 200 CDI mit hoher Laufleistung fährt, sollte die bekannten Schwachstellen kennen — und wissen, wann eine Instandsetzung noch wirtschaftlich sinnvoll ist.
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Technische Einordnung: OM640 im Überblick
Der OM640 ist als Dieselmotor grundsätzlich ein Kilometerfresser — nicht zuletzt dank seiner wartungsfreien Steuerkette. Die Baureihe umfasst drei Varianten mit demselben Hubraum von 1.991 ccm, die sich ausschließlich durch Leistung und Steuergerät unterscheiden:
| Motorcode | Hubraum | Leistung | Kraftstoff | Fahrzeuge |
| OM 640.940 | 1.991 ccm | 109 PS / 80 kW | Diesel | A 180 CDI (W169) |
| OM 640.941 | 1.991 ccm | 136 PS / 100 kW | Diesel | B 200 CDI (W245), A 200 CDI |
| OM 640.942 | 1.991 ccm | 82 PS / 60 kW | Diesel | A 160 CDI (W169) |
Alle drei Motorvarianten teilen sich dieselbe Grundkonstruktion — das bedeutet: identische Schwachstellen, unabhängig davon, ob du 82 oder 136 PS unter der Haube hast.
Bekannte Schwachstellen des OM640
AGR-Ventil: Das häufigste Problem ab ca. 100.000 km
Das Dieselaggregat OM640 ist relativ unauffällig, hat jedoch öfter mit verstopften AGR-Ventilen zu kämpfen. Eine typische Problematik ist die Abgasrückführung, die in bestimmten Modellen zu einer verringerten Leistung führen kann — in einigen Fahrzeugen wurde festgestellt, dass die Abgasrückführung verstopfen konnte, was zu einem erhöhten Kraftstoffverbrauch und einer verminderten Motorleistung führte.
Typische Symptome: Leistungsverlust beim Beschleunigen, unruhiger Lauf, Fehlercodes im Steuergerät, gelegentlich Notlaufprogramm. In der ADAC-Pannenstatistik gehörten defekte AGR-Ventile zu den ermittelten Pannenschwerpunkten. Wer das Fahrzeug überwiegend im Stadtverkehr oder auf Kurzstrecken bewegt, beschleunigt die Verkokung deutlich.
Zweimassenschwungrad (ZMS): Verschleiß ab ca. 150.000 km
Der OM640 ist abgesehen von gelegentlichen Ausfällen des Zweimassenschwungrads und verstopften AGR-Ventilen für keine größeren Probleme bekannt. Das ZMS macht sich durch ganz konkrete Symptome bemerkbar: Defekte am Zweimassenschwungrad zeigen sich durch charakteristische Symptome wie Rasseln im Leerlauf, Vibrationen beim Anfahren und Ruckeln bei niedrigen Drehzahlen. Ein defektes Zweimassenschwungrad belastet Kupplung, Getriebe und andere Antriebskomponenten extrem — die entstehenden Vibrationen und ungleichmäßigen Drehmomente können teure Reparaturen zur Folge haben, die den ursprünglichen Schaden um ein Vielfaches übersteigen.
Wer bei diesen Anzeichen weiterfährt, riskiert Folgeschäden am Getriebe. Eine Reparatur des Zweimassenschwungrads ist normalerweise nicht möglich — es sollte stets durch ein neues Bauteil ersetzt werden. Bei dieser Gelegenheit sollte immer gleichzeitig die Kupplung geprüft und ggf. mitgewechselt werden, da das Getriebe ohnehin ausgebaut werden muss.
Turbolader: Leistungsverlust als Folge vernachlässigter AGR-Pflege
Beim B 200 CDI mit OM640 sind Leistungsverlust und Turbo-Ausfall als typische Schadensmuster dokumentiert. In bestimmten Modellen gab es Berichte über Probleme mit dem Turbolader, die zu einem Leistungsverlust führten. Häufig ist das AGR-Ventil der eigentliche Auslöser: Abgase tragen Rußpartikel mit sich, die sich im Ansaugbereich und an den VTG-Leitschaufeln ablagern — eine verstopfte AGR-Klappe oder ein defektes AGR-Ventil erhöht die Rußbelastung des Ansaugtrakts, die Verkokung der VTG-Schaufeln folgt mit einer Verzögerung von einigen Monaten bis Jahren. Ein Turbolader-Tausch ohne gleichzeitige AGR-Diagnose ist daher oft rausgeworfenes Geld — der neue Turbo nimmt denselben Weg wie der alte.
Injektoren und Rußbildung
Unabhängig von der Motorisierung ist auf typische Diesel-Schwachpunkte zu achten, die vor allem bei hohen Laufleistungen oder extremem Kurzstreckenverkehr auftreten — dazu zählt insbesondere die Rußbildung an den Injektoren, die zu kostspieligen Reparaturen führen kann. Schwarze, krustenartige Ablagerungen rund um die Injektorsitze sind ein eindeutiges Warnsignal. Wer diese über viele Kilometer ignoriert, riskiert beschädigte Zylinderkopfgewinde und einen deutlich höheren Reparaturaufwand.
KBA-Rückruf: Abgasskandal für Baujahre 2008–2011
Im August 2020 erließ das KBA eine Rückrufanordnung gegenüber Mercedes-Benz für bestimmte ältere Varianten der A-Klasse (CDI 180 und CDI 160) mit OM640-Dieselmotor (Baureihe 169) für Europa — diese Fahrzeuge haben die Abgasnorm Euro 5. Der OM640 ist vom Daimler-Abgasskandal für Baujahre 2008 bis einschließlich 2011 betroffen — im Rahmen des mit dem Rückruf verbundenen Werkstattaufenthaltes wird ein Softwareupdate installiert, mit dem die illegale Abschaltvorrichtung beseitigt wird. Vor dem Kauf ist in Erfahrung zu bringen, ob der Vorbesitzer das Update bereits durchführen lassen hat — falls nicht, sollte dies unbedingt nachgeholt werden, da sonst das Fahrzeug stillgelegt werden könnte.
Die Überprüfung ist einfach: Über die Fahrzeugidentifikationsnummer (FIN) lässt sich beim KBA oder ADAC ermitteln, ob und welche Rückrufmaßnahmen an einem konkreten Fahrzeug bereits durchgeführt wurden.
Instandsetzung oder Austauschmotor — was lohnt sich wann?
Die Antwort hängt nicht nur vom Schaden ab, sondern auch davon, wie früh du reagierst:
Instandsetzung ist sinnvoll, wenn der Motorblock selbst intakt ist und einzelne Komponenten versagen — klassisch sind das AGR-Ventil, Injektordichtungen oder ein defekter Turbolader ohne Folgeschäden an Kolben und Laufbahnen. Auch ein ZMS-Tausch gehört in diese Kategorie. In der Praxis auf motorzentrale.de zeigt sich: Eine Instandsetzung beim B 200 CDI (OM 640.941, 206.000 km) wurde für 4.990 € angeboten, bei einem vergleichbaren Fahrzeug mit 210.000 km lag das erste Angebot bei 2.500 €. Das zeigt die Bandbreite je nach Schadensbild.
Ein Austauschmotor ist die bessere Wahl, wenn Lagerschäden vorliegen, Metallspäne im Öl gefunden wurden, der Zylinderkopf durch zu lange Reaktionszeit beschädigt wurde oder die Kombination aus mehreren Schadensbildern eine wirtschaftliche Instandsetzung ausschließt. Die Gesamtkosten für eine Hauptüberholung des OM640 können zwischen 1.800 und 4.500 Euro liegen. Ein gebrauchter oder generalüberholter Austauschmotor kann je nach Anbieter und Laufleistung günstiger kommen — auf motorzentrale.de liegt ein Motorangebot für den OM 640.941 bereits ab 875 € (zzgl. Einbau, Lieferzeit 4 Tage).
Faustregel: Wer bei den ersten Symptomen handelt, spart. Wer wartet bis der Motor im Notlauf läuft oder Geräusche aus dem Kurbeltrieb kommen, zahlt in der Regel deutlich mehr — oder steht vor dem Totalschaden.
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Fazit zum Mercedes OM640
Beim OM640 sind AGR-Ventil und Zweimassenschwungrad die typischen Problemstellen — dennoch gilt er als robuster Kilometerfresser, nicht zuletzt dank der wartungsfreien Steuerkette.
Wer den OM640 regelmäßig wartet, auf Kurzstrecken verzichtet und bei ersten Symptomen reagiert, bekommt einen zuverlässigen Diesel mit echtem Langstreckenpotenzial. Wenn der Schaden bereits da ist, lohnt es sich, mehrere Angebote einzuholen — genau das macht motorzentrale.de mit einer einzigen Anfrage möglich.
Mit KI-Unterstützung recherchiert. Redaktionell geprüft von Arnold Kleitsch | Motorzentrale-Experte