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Motoröl Viskosität© Depositphotos.com/Ensuper

Motoröl – Viskositätsklassen einfach erklärt

15W-40, 10W-30, 0W-40 – sie alle stehen für Viskositätsklassen von Motoröl. Hat sicher jeder schon einmal gelesen und sich dabei keine weiteren Gedanken gemacht. Doch für was genau stehen diese eigentlich und warum unterteilt man Motoröle in Sommer- und Winteröle? Was ist der Unterschied zwischen Mineral- und Synthetiköl? Unser Bericht bringt Licht ins Dunkel!

Die Unterscheidung zwischen Sommer- und Winterölen ist historisch bedingt und stammt noch aus Zeiten, als man Motoröle entsprechend der Jahreszeit wechseln musste. Für die meisten Nutzungssituationen ist es mittlerweile möglich, durch Mehrbereichsöle alle Jahreszeiten und die damit verbundenen Temperaturen abzudecken. Vorrangig müssen Motoröle gute Schmiereigenschaften besitzen und sämtlichen Bedingungen, die im Motor existieren oder entstehen können, standhalten. Da Motoröl beispielsweise auch eine reinigende und reibungsmindernde Wirkung haben soll, unterteilt man sie in verschiedene Klassifikationen bezüglich ihrer Viskosität.

Das bedeuten die einzelnen Viskositätsklassen von Motoröl

Allgemein betrachtet, bezeichnet die Viskosität die innere Reibung einer Flüssigkeit, also deren Fließeigenschaften. Die Kennzeichnung von Motorölen erfolgt international genormt nach Klassen der „Society of Automotive Engineers“, kurz SAE. Bei gängigen Mehrbereichsölen erfolgt die Kennzeichnung durch zwei Zahlen, z.B. SAE 15W-40. Die erste Zahl steht dabei für die Fließeigenschaften des Motoröls bei Kälte, die zweite Zahl selbige bei 100 Grad Celsius. Die im Standard der SAE J300 festgelegten Bedingungen unterteilen die Viskositätsklassen nach ihrer tiefsten Temperatur, bei der das Öl noch pumpbar ist. Dies entspricht der in früheren Zeiten entscheidenden Angabe für die Winteröle. Je kleiner die Zahl ist, desto besser sind die Fließeigenschaften bei Kälte, wodurch relevante Schmierstellen im Motor schneller erreicht werden können. Unterteilt wird dabei in 5W, 10W, 15W, 20W und 25W – das „W“ bezeichnet dabei die Wintereignung.

Ebenfalls im Standard der SAE J300 sind die Viskositätsklassen bei einer Öltemperatur von 100 Grad Celsius, die für die Eigenschaften der Sommeröle maßgeblich sind. Je höher die Viskosität ist, desto besser ist die Tragfähigkeit des Ölfilms bei hohen Temperaturen. Unterschieden wird dabei von dünnflüssig bis sehr dickflüssig in den Viskositätsklassen 16, 20, 30, 40, 50 und 60. Folgende Tabelle zeigt die jeweils zugehörigen Werte für gängige Mehrbereichsöle:

Viskositätsklasse
Mehrbereichsöl
Viskositätsklasse bei niedrigen Temperaturen Tiefste Temperatur
(Öl noch pumpbar)
Viskositätsklasse bei hohen Temperaturen Viskosität bei 100 Grad Celsius
0W40 SAE 0W – 40 Grad Celsius SAE 40 12,5 mm²/s bis 16,3 mm²/s
5W30 SAE 5W – 35 Grad Celsius SAE 30 9,3 mm²/s bis 12,5 mm²/s
5W40 SAE 5W – 35 Grad Celsius SAE 40 12,5 mm²/s bis 16,3 mm²/s
10W40 SAE 10W – 30 Grad Celsius SAE 40 12,5 mm²/s bis 16,3 mm²/s
10W60 SAE 10W – 30 Grad Celsius SAE 60 21,9 mm²/s +
15W40 SAE 15W – 25 Grad Celsius SAE 40 12,5 mm²/s bis 16,3 mm²/s
20W50 SAE 20W – 20 Grad Celsius SAE 50 16,3 mm²/s bis 21,9 mm²/s
25W40 SAE 25W – 15 Grad Celsius SAE 40 12,5 mm²/s bis 16,3 mm²/s

So unterscheiden sich Mineralöl und Synthetiköl

Im Vergleich zu Mineralölen sind synthetische Öle deutlich hochwertiger, da alleine das Herstellungsverfahren wesentlich aufwendiger ist. Bei Synthetiköl reißt der Schmierfilm selbst bei sehr hohen Belastungen nicht, die Kühleigenschaften sind besser und die Intervalle für den Ölwechsel lassen sich durch ihren Einsatz optimieren und verlängern. Wenn man die Angaben der Hersteller und die Vorgaben der Viskositätsklassen durch die SAE, kann man verschiedene Ölsorten sogar mischen und das unabhängig ihres natürlichen oder künstlich hergestellten Ursprungs.

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