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Judd Motor von 1989© Morio "1989 Judd AV engine", CC BY-SA 3.0, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de

Was ist ein Judd-Motor?

Häufig hört man vor allem aus dem Bereich des Motorsports von den sogenannten Judd Motoren. Doch um was genau handelt es sich dabei und was ist so besonders an einem Judd Motor? Diese Fragen wollen wir im Folgenden beantworten.

Der Judd Motor: Eine Marke von Engine Developments

Judd ist eine Motorenmarke der Firma Engine Developments, welche nach John Judd, einem der Gründer, benannt wurde. Bekanntheit erlangte die Motormarke vor allem durch den Bau verschiedener Motoren für diverse Rennklassen, darunter auch die Formel 1. In letzterer waren Judd Motoren von 1988 bis 1997 im Einsatz, allerdings nur bei mittleren und kleinen Rennteams. Jedoch gelang es in dieser Zeit einen Meilenstein in der Formel 1 zu erreichen: Der erste Motor mit unter 100 Kilogramm Gewicht wurde von der Marke Judd gestellt.

Insgesamt waren 3 Motoren von Engine Development unter der Marke Judd in der Formel 1 vertreten. Der „Judd CV V8“ von 1988 bis 1990, der „Judd EV V8“ von 1989 bis 1992 und der „Judd GV V10“ 1991 und 1992. Anschließend wurde eine Partnerschaft mit Yamaha eingegangen, welche in den Jahren zuvor auch eigene Motoren für die Formel 1 produziert haben. Aus dieser Partnerschaft entstammen die Motoren „Yamaha OX10“ und „OX11“, welche von 1993 bis 1997 hauptsächlich beim Team Tyrell zum Einsatz kamen.

Judd Motoren außerhalb der Formel 1

Doch nicht nur in der Königsklasse des Motorsports waren Judd Motoren im Einsatz. 2002 in Daytona und 2004 in Le Mans haben jeweils Fahrzeuge mit einem Judd Motor das 24 Stunden Rennen gewonnen. Aufgrund der hohen Leistung und dem einzigartigen Klang sind die Motoren auch beliebte Austauschmotoren. So werden diese beispielsweise in verschiedenen BMW-Modellen genutzt, welche für Bergrennen genutzt werden. Einer der bekanntesten Rennfahrer mit Judd Motoren war der Deutsche Georg Plasa. Er fuhr Bergrennen mit einem BMW E36 und später einen BMW E82 jeweils mit Judd V8 Motor. Leider verunglückte Plasa bei einem Bergrennen 2011 in Rieti, als er mit 200 Kilometern die Stunde nahezu ungebremst in eine Felsmauer fuhr. 2018 gab die Firma KW bekannt, dass der E36 von Plasa beim Festival of Speed erneut fahren wird.

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