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Altes Motoröl von Shell und Castrol

Motoröl: Haltbarkeit, Lagerung und Ablaufdatum

Dem Motoröl kommt im Auto eine sehr wichtige Aufgabe zu. Ohne die Schmierung des Öls würde im Motor schnell nichts mehr rundlaufen und sich das Metall aufeinander festsetzen. Dabei soll das Motoröl die Schmierung bei allen möglichen Betriebstemperaturen gewährleisten. Dass es regelmäßig gewechselt werden muss, sollte jedem Autofahrer klar sein. Doch wie sieht es mit der Haltbarkeit von Motoröl aus, wenn man es noch gar nicht verwendet hat? Kann Motoröl verfallen? Wie lange ist es haltbar? Kann man es nach Ablaufdatum noch ohne Probleme verwenden? Fragen über Fragen… Die Antwort darauf hat unser folgender Bericht!

Wie lange ist Motoröl haltbar? Kann Motoröl schlecht werden?

In der ordnungsgemäß geschlossenen, also ungeöffneten und originalen Verpackung bleibt die Haltbarkeit von Motoröl recht lange erhalten. Laut Herstellerempfehlung lässt es sich zwischen drei und fünf Jahren problemlos lagern. Direkt schlecht werden kann das Öl nicht. Jedoch kann es vorkommen, dass sich Bestandteile der im Öl enthaltenen chemischen Additive aus diesem herauslösen.

Daher kann es sein, dass moderne synthetische oder teilsynthetische Motoröle ihre Funktionstauglichkeit auf Dauer verlieren. Damit entsprechen die Öle nicht mehr unbedingt den Anforderungen der Freigabe durch den Hersteller. Die Haltbarkeit von Motoröl bzw. die Alterung ist daher abhängig von der Anzahl der gelösten Additive, der richtigen Lagerung und auch der Viskosität bei hohen und niedrigen Temperaturen. So hält eine Motoröl mit der Angabe SAE 0W-40 nicht so lange wie eines mit SAE 10W-30.

Man sollte zudem den technischen Fortschritt im Bereich der Motoren berücksichtigen, der es erforderlich macht, dass die Motoröle immer leistungsfähiger werden. Ein Motoröl, das längere Zeit gelagert wurde, kann unter Umständen diese Anforderungen nicht mehr ausreichend erfüllen. Dies kann letztendlich zu Schäden am Motor führen, was teure Reparaturen nach sich zieht. Daher sollte man die Vorgaben der Hersteller einhalten. Vor allem sollten einwandfreie und hochwertige Öle eingesetzt werden, damit man eine Gefährdung des Motors ausschließen kann. Auch Autos mit einem Longlife-Service sollten entsprechend mit einem speziellen Longlife-Öl versorgt werden, dass voll leistungsfähig ist.

Warum altert Motoröl?

Bei Motoröl kann man es wie bei Gebinden und Verpackungen von Nahrungsmitteln sehen, die sich auf die Haltbarkeit auswirken, indem sie eine Alterung bewirken. Die Kunststoffflasche unterliegt wechselnder Umgebungstemperaturen, da es bei Produktion, Zwischenlagern, im Verkauf und beim Transport bzw. letztlich auch zu Hause unterschiedlich gelagert wird. Das Material unterliegt so den äußeren Einflüssen durch Luft und Luftfeuchtigkeit.

Mit dieser reagiert es in chemischen und physikalischen Reaktionen, welche wie bereits erwähnt, die Additive und damit die Leistungsfähigkeit des Öls negativ beeinflussen. Hat man den Ölbehälter bereits geöffnet, wird dieser Einfluss der Wechselwirkungen mit der Luft deutlich verstärkt. Die Haltbarkeit von Motoröl sinkt deutlich und es sollte nach Öffnen der Flasche höchstens ein halbes Jahr bis ein Jahr weiterhin verwendet werden.

Motoröl Viskosität© Depositphotos.com/Ensuper

Wie verhält es sich mit der Haltbarkeit von Motoröl im Motor? Warum wird Motoröl schwarz?

Wird das Öl im Motor verwendet, unterliegt es mit der Zeit ebenfalls einer Alterung. Deshalb sollte man auch regelmäßig ein Ölwechsel vornehmen. Das Motoröl wird durch den Metallabrieb der Motorkomponenten sowie andere Partikel auf Dauer verunreinigt. Der Grad der Verschmutzung nimmt immer weiter zu, vor allem, wenn der Ölfilter die Schmutzpartikel nicht mehr richtig filtern kann. Das Motoröl wird schwarz.

Neben den bereits genannten Wechselwirkungen mit der Umgebungsluft, die Einfluss auf das Öl nehmen, lassen auch eine Vermischung und damit Verunreinigung mit weiteren Flüssigkeiten im Motor das Öl altern. Die Luft, Benzin und Wasser lassen das Öl oxidieren. Gerade bei Benzinmotoren, die häufig auf Kurzstrecken bewegt werden, kann es durch unverbranntes Benzin zu einer Verdünnung des Motoröls kommen. Dadurch verliert es mit der Zeit ebenfalls seine Leistungsfähigkeit und die Eigenschaften als Schmiermittel. Die Filterung oder das nachfüllen von neuem Motoröl sind nicht mehr ausreichend.

Wie sollte man Motoröl lagern?

Die Lagerung hat mitunter maßgeblichen Einfluss auf die Haltbarkeit von Motoröl. Es sollte konstant zwischen 5 und 30 Grad Celsius gelagert werden. Die Gebinde mit dem darin befindlichen Öl sollten trocken und sauber stehen. Wird das Motoröl längere Zeit gelagert, sollte direkter Bodenkontakt vermieden werden, da dieser Temperaturschwankungen unterliegt, die das Öl negativ beeinflussen können. Die Umgebung, in der das Motoröl gelagert wird, ist nicht zu vernachlässigen. Selbst wenn das Behältnis sicher verschlossen wurde, kann durch sinkende und steigende Temperaturen Luft aus diesem hinaus oder auch hinein strömen. Durch Wasserdampf, der in das Gebinde hinein gelangt, kann auch Staub aus der Luft befördert werden, der die Leistungsfähigkeit und damit die Qualität des Motoröls schneller verringert.

Wie kann man Motoröl prüfen? Woran erkennt man altes Motoröl?

Wenn man Öl nachfüllen oder einen Ölwechsel vornehmen möchte, sollte man Motoröl, das schon länger lagert, nicht ohne Prüfung einfach so verwenden. Neues, frisches Öl ist üblicherweise gelblich bis hellbraun und meist recht klar. Daran erkennt man gutes Motoröl, das die Reibung im Motor verringert und den Motor durch Aufnahme des Abriebs quasi reinigt. Die entstehende Reibungswärme und die Verlustleistung werden minimiert. Ist die Haltbarkeit von Motoröl überschritten, kann man altes Motoröl an verschiedenen Indizien erkennen.

Motoröl Kanister, Mehrbereichsöl 5W-40 und 10W-40
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So kann man das Herauslösen der Additive erkennen, wenn sich diese als Flocken oder in Gelform vom eigentlichen Öl getrennt haben. Auch ein trüber Schleier kann auf das Ausfällen der Additive hinweisen. Somit ist die erforderliche Struktur des Motoröls nicht mehr gegeben. Es sollte nicht verwendet werden, da es die Anforderungen zur ordnungsgemäßen Schmierung des Motors nicht mehr erfüllt. Stellt man eine Kondensation oder Veränderungen der Farbe im Gebinde fest, sollte man das Motoröl ebenfalls nicht mehr einsetzen. Besitzt das Öl eine milchartige Konsistenz, ist es zu sehr mit Wasser vermischt und darf im Motor auch nicht mehr genutzt werden.

Steht bei Motoröl das Ablaufdatum oder das Abfülldatum auf der Flasche?

Im Kunststoff vieler Motorölflaschen ist ein eingepresstes Datum zu finden. Dieses besteht meist aus einem Kreis, in dessen Mitte die auf zwei Ziffern abgekürzte Jahreszahl steht. Ein Pfeil, der sich darin befindet, zeigt auf den zugehörigen Monat des entsprechenden Jahres. Dieses Datum hat jedoch nichts mit der Haltbarkeit von Motoröl zu tun.

Es sagt nichts über Ablaufdatum oder Abfülldatum des Motoröls aus und steht für das Datum der Flaschenherstellung. Europaweit gibt es keine einheitliche Regelung, die vorgibt, dass generell ein Datum oder dass ein bestimmtes Datum angegeben sein muss. Manche Hersteller vermerken das Abfülldatum bzw. das Datum der Herstellung, andere wiederum verweisen auf den Verfall, also das Ablaufdatum bzw. das maximale Haltbarkeitsdatum.

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